Einiges über die Geschichte des Blaudrucks

Die ersten Funde des Blaudrucks stammen aus dem 4. und 5. Jahrhundert unserer Zeitrechnung aus Achim bei Panopolis in Ägypten, wo ein Blaudruck mit Stern- und Punktornamenten gefunden wurde. Der älteste Druck von Modeln auf europäischem Boden ist auf Stoffresten eines Gewandes in Arles in Südfrankreich festgestellt worden und stammt aus dem, 6.Jahrhundert. Es ist anzunehmen, dass es sich um einen Reservedruck handelt da der Stoff weiße Ornamente auf hellblauen, Grund zeigt Zu Beginn des 17. Jahrhunderts brachte die Englisch-Ostindische Handelskompanie Kattune und Chintze in größeren Mengen nach Europa. Aufgrund langer Erfahrungen in der Veredlung der Baumwollgewebe, waren diese Gewebe sehr fein und dünn. Durch die große Nachfrage nahm der Handel mit diesen Stoffen gewaltig zu, wodurch sieh die einheimischen Handwerker bedroht fühlten. Die Einfuhr dieser Gewebe und Chintze ließ sich auch nicht durch die strengsten königlichen Erlasse aufhalten, obgleich auf französischem, englischem und deutschem Territorium dem Jenigen, der das Einfuhrverbot übertrat, die Todesstrafe drohte. Auch in Preußen und Berlin wurde 1721 die Einfuhr, Erzeugung und Verwendung bedruckten Baumwollzeugs verboten, um einerseits die eigene Erzeugung von Leinen, andererseits das Farben mit dem heimischen Waid zu schützen. Gegenüber der allgemeinen Nachfrage nach diesen Stoffen, konnte das Verbot nicht aufrechterhalten werden und Friedrich II. hob es, als er 1740 zur Regierung kam auf. 1741 entstand darauflhin die erste Blaudruckerei mit Hilfe Friedrichs II. in Berlin. Mit der Produktion von Blaudrucken begannen erst die Holländer, auf den aus Indien stammenden Baumwollkattunen. Bereits Ende des 1 7.Jahrhunderts beschäftigte sich Jerimias Neuhofer aus Augsburg mit der Herstellung von Bilddrucken auf Stoff. Nach vielen Versuchen den damals gebräuchlichen Ölfarbdruck durch Wasserfarbendrucke zu ersetzen, die allerdings scheiterten, brachte sein Bruder, nachdem er wochenlang in Holland "spioniert" hatte, um 1690 eine neue Art des Druckens, einen Reservedruck, den Blaudruck nach Deutschland. Uni sich an die Verwirklichung seiner Forschungen und Erfahrungen machen zu können, musste sich der Drucker Neuhofer mit einen, Färber verbinden, um die Genehmigung zum Drucken zu erhalten. Darauf hin erhielt er die Genehmigung auf, holländische Art blau zu färben und gründete die erste Blaudruckerei in
Augsburg. Dadurch kamen die "Porzellandrucke", wie sie damals genannt wurden, auf den Markt. Diese Bezeichnung ist von den um diese Zeit eingeführten Blau-weißen chinesischen Porzellanen hergeleitet. Die neue Art des Druckens und Färbens wurde wegen der Beständigkeit der Farbe beim Waschen hochgeschätzt. Nach dem Durchbruch der zunftmäßigen Bindungen, setzte sich der Blaudruck besonders bei der ländlichen Bevölkerung durch und hatte eine große Bedeutung für die Trachten. Er ist in vielen Gegenden Deutschlands zur Volkskunst und ein Bestandteil unseres kulturellen Erbes geworden.